Top

Die Überlaufrinne

DIE VIELEN ARTEN VON ÜBERLAUFRINNEN

Eine Überlaufrinne fängt das überflüssige beziehungsweise verunreinigte Oberflächenwasser eines Swimmingpools sofort auf und befördert es mehr oder weniger direkt zur Filteranlage weiter. Das ist perfekt für eine effiziente Wasserhygiene und der lästige Schmutzrand am Pool gehört auch der Vergangenheit an. Doch die Überlaufrinne überzeugt nicht nur durch ihre funktionellen Qualitäten: Bei modernen Schwimmbecken reicht der Wasserspiegel bis zur inneren Oberkante des Beckens, daraus ergibt sich eine stilvolle, harmonische Einheit zwischen Umfeld und Pool. Somit ist die Überlaufrinne nicht nur ein technisches Bauteil, sondern auch ein echter „Eyecatcher“.

Die vielen Arten von Überlaufrinnen

Bei Überlaufrinnen unterscheidet man zwischen vier Systemen: hoch und tief liegende Rinnen, hoch liegender Wasserspiegel mit senkrechter Beckenbegrenzung und schließlich Überflutungsrinnen mit eingetauchter Beckenbegrenzung.

Eine hoch liegende Rinne ist die eleganteste Lösung und setzt sich daher auch mehr und mehr im privaten Schwimmbadbau durch. Die zentralen Vorteile, neben der schönen Optik: optimale Beckenhydraulik, beeinflussungsfreier, kontinuierlicher Wasserüberlauf, keine hygienisch bedenklichen Ablagerungen an den Beckenwänden über dem Wasserspiegel, der tolle Ausblick beim Schwimmen und keine Wellenreflektion.

Beim tief liegenden System werden ein, beziehungsweise zweiseitige Überlaufrinnen im Becken 100 bis 150 Millimeter unter dem Beckenumgang angeordnet. Die Beckenhydraulik ist dennoch günstiger als beim Skimmersystem und es treten keine Abdichtungsprobleme durch hydrostatischen Wasserdruck wie bei der hoch liegenden Überflutungsrinne auf. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Rinnenquerschnitt und die Anzahl der Abläufe nicht unbedingt für einen maximalen Wasseranfall ausgelegt sein müssen – ein kurzzeitiges Überfluten hat keine Folgen.

Ein hoch liegender Wasserspiegel mit senkrechter Beckenbegrenzung erlaubt eine freie Sicht und ist gleichzeitig für die Aufsichtsperson zur Überwachung von Vorteil. Der Platzbedarf ist geringer, da der Beckenumgang bis zur Überlaufkante geht, daraus ergeben sich wiederum reduzierte Investitionskosten. Die Wehrkante dient gleichzeitig als Handfasse.

Überflutungsrinnen mit eingetauchter Beckenbegrenzung haben den Vorteil, dass durch den sogenannten Wellenauslauf eine optimale Wasserabführung besteht. Bei personenbedingter Wasserspiegelabsenkung durch Verlassen des Beckens erfolgt ohne Unterbrechung eine Ableitung der Schmutzstoffe durch Wellenaustrag. Bedingt durch die Rinnenkonstruktion ergeben sich übrigens startblockähnliche Verhältnisse. Und: Das durch Wellen ausgetragene Wasservolumen ist gegenüber der senkrechten Beckenbegrenzung geringer.

Die „Infinity Edge“ als Poolattraktion

Besonders schön anzuschauen sind Pools mit sogenannten „Infinity Edge“. Das Beckenwasser wird bei diesem System über eine Beckenwand geführt, welche über den Beckenumgang ragt. Über den gleichmäßig abgerundeten Beckenrand fließt das Wasser an der Außenwand in eine flache, offene oder, besser, in eine tiefe, abgedeckte Rinne.

Dieses System ist deshalb so attraktiv, weil man aus dem Becken heraus in die Weite des Horizonts blicken kann und auch der Abfluss des Wassers beruhigend wirkt. Die „Infinity-Rinne“ lässt sich durch ihre Rundungen optisch sehr interessant mit Mosaik gestalten. Zudem sind keine Haltestangen wie beim Skimmersystem erforderlich, da die Rinnenüberlaufkante gleichzeitig als Handfasse dient. Eine zusätzliche Rinnenabdeckung erübrigt sich, da keine Verletzungsgefahr wie etwa bei einer hoch liegenden Rinne besteht, wenn diese nicht abgedeckt ist. Erwähnenswerte Nachteile gegenüber einer komplett umlaufenden Überlaufrinne sind jedoch die spürbare Wellenreflexion und die Möglichkeit von Schmutzablagerung am Beckenrandstreifen.

Überlaufrinnen in Hallenbädern

Überlaufrinnen erzeugen in der Regel Fließ-, Plätscher- und Gurgelgeräusche. Besonders in Hallenbädern kann dies sehr störend sein. Auch wenn diese Geräusche nicht vollständig zu verhindern sind, so lassen sie sich doch reduzieren. Bereits beim Überlaufen des Beckenwassers in die Rinne entstehen Fließgeräusche, die sich mithilfe einer schiefen Ebene in der Rinne mindern lassen. Durch eine Schrägung in der Rinne wird ein freier Wasserfall vermindert, die Adhäsion zwischen Wasser und Rinnenwand bleibt bestehen, sodass der Wasserfluss nicht abreißt.

Geräusche innerhalb der Rinne lassen sich außerdem mit einer Verringerung, das heißt, durch einen entsprechend großen Rinnenquerschnitt, positiv beeinflussen. Störende Gurgelgeräusche im Bereich der Rinnenabläufe entstehen, wenn vom abfließenden Wasser Luft mitgerissen wird, die nicht entweichen kann. Durch hydraulisch einwandfreie Konstruktionen an der Anschlussstelle ist daher möglichst eine Trennung von Wasser und Luft anzustreben.

Doch egal, um welche Rinnenart es sich handelt: Ein wesentliches Kriterium für eine optimale Wasserabführung bei einer Überlaufrinne ist die perfekte Beckenrandausbildung. Von der Beckenbegrenzung wird das Wasser über die Überlaufkante beziehungsweise Wehrkante (sie ist ein Teil der Rinne) nach den hydraulischen Erfordernissen in die Rinne geführt. Die Überlaufkante hat die Funktion eines Streichwehres und soll das Beckenwasser kontinuierlich und gleichmäßig ableiten.